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ZEITSCHRIFTEN / Neurologie & Rehabilitation / Archiv / 2026 1 / abstract NR126_22_Heyme
 

Neurol Rehabil 2026; 32 (1): 160-169

Erprobung eines innovativen Versorgungskonzeptes BETA-MeH aus der Perspektive der Deutschen Rentenversicherung Bund 

R. Heyme1

1 Deutsche Rentenversicherung Bund

Zusammenfassung

Um die Versorgung von Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen zu verbessern, erprobt die Deutsche Rentenversicherung Bund in dem Projekt „BETA-MeH – Bedarfsfokussierte Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen“ gemeinsam mit der Deutschen Rentenversicherung Rheinland und der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See eine innovative Komplexleistung, in der medizinische und berufliche Rehabilitation gekoppelt und Rehabilitand:innen darüber hinaus bis zu 12 Monate bei ihrer Rückkehr an den Arbeitsplatz begleitet werden. Die Wiedereingliederung wird durch Fachkräfte der beruflichen Rehabilitation und Fallmanager:innen individuell und orientiert an den konkreten Anforderungen des Arbeitsplatzes passgenau gestaltet wird.
Als Akteur des Rehabilitationssystems ist die Erprobung der BETA-MeH-Intervention für die Rentenversicherung eine Gelegenheit, ihre eigene Zielstellung und Perspektive in die Erprobungspraxis einzubringen und aktiv die Erfahrungen zu reflektieren. Mit Blick auf das Versorgungssystem profitieren Rehabilitand:innen von Rehabilitationsleistungen, sofern diese verfügbar, zugänglich und angemessen sind. Die bisherigen Erfahrungen der Interventionserprobung zeigen, dass der Aufbau und die Pflege eines Netzwerkes an neurologischen Rehabilitationskliniken, Fachkräften zur aufsuchenden Begleitung bei der Rückkehr an den Arbeitsplatz und aufsuchenden Fallmanager:innen, mit dem die Intervention durchgeführt werden kann, jenseits von urbanen Ballungsräumen schwierig werden kann. In der Interventionserprobung zeigen sich Herausforderungen,
Rehabilitand:innen in einer Anschlussheilbehandlung von dem Nutzen der Intervention zu überzeugen, weil entweder die Herausforderung und Belastungen bei der Rückkehr an den Arbeitsplatz (noch) nicht antizipiert werden können oder die Auseinandersetzung mit der Rückkehr an den Arbeitsplatz (noch) überfordert.
Trotz solcher Herausforderungen zeigen die ersten Daten der wissenschaftlichen Begleitung, dass diejenigen
Rehabilitand:innen, die erreicht werden konnten, von der Komplexleistung profitieren. Interventionsteilnehmer:innen kehren häufiger an ihren Arbeitsplatz zurück, weisen seltener psychische Beeinträchtigungen in den Bereichen Angst und Depression auf und erleben sich selbst sowohl in körperlichen als auch neurokognitiven Bereichen als weniger beeinträchtigt. Die Dauer von bis zu 12 Monaten bietet Zeit
für kleinschrittige, flexibel anpassbare Belastungssteigerungen, die mit Belastungen und Unterstützungsstrukturen
in anderen Lebensbereichen abgestimmt werden können. Die Einbindung des Arbeitgebers ermöglicht es, auch für
den Betrieb tragbarbare Anpassungen am Arbeitsplatz zu finden.
Schlüsselwörter: Neurorehabilitation, berufliche Rehabilitation, berufliche Wiedereingliederung, Fallmanagement, Arbeitgebereinbindung

Testing an innovative care concept, BETA-MeH, from the perspective of the German Federal Pension Insurance Fund   

R. Heyme                     

Abstract
In order to increase the Return to Work (RTW) rate after acquired brain injury (ABI) the German Federal Pension Insurance (DRV Bund) runs the RTC study “Needs-focused participation in working life for people with acquired brain injuries” („BETA-MeH – Bedarfsfokussierte Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen“). The intervention consists of a complex rehabilitation strategy which combines medical and vocational rehabilitation services. Up to 12 months people with ABI are accompanied on their return to their existing workplace by professionals for vocational rehabilitation and case managers. The return to work process can be adapted to the individual needs of the person with ABI and vocational requirements. As an important stakeholder in the German rehabilitation service system the pension insurance considers the study as an opportunity to measure its goals to acquire perspectives involved and to reflect on the intervention experi-
ences. People with ABI can only benefit from rehabilitation services if they are available, accessible and appropriate.
The previous experience of the intervention points out that the setup and maintenance of a network of neurorehabilitation centers, professionals in vocational rehabilitation and case managers who closely interact and who need to go to their client’s homes and workplaces could be challenging in less urban areas than the study region of Cologne/Bonn/Düsseldorf. Additionally, there are difficulties in reaching people with ABI while their inhabitation in neurorehabilitation clinic because half of them either do not recognize their demand of supply or feel unable to cope with the idea of involving their employer in their convalescence or to go back at their workplace.
Despite such challenges, first findings indicate the effectiveness of the BETA-MeH-intervention: Persons in the treatment group return to work more often and have less instances of anxiety and depression. Furthermore, they seem to have less physical and neurocognitive impairments after the observation period of one year.
The up to one year support in the return to work process facilitates small and adjusted increases in workload and daily life associated strains. The integration of the employer supports job arrangements which take the company’s
perspective and needs into account, so that the return to work tends to be more sustainable.
Keywords: neurorehabilitation, vocational rehabilitation, return to work, case management, employer involvement   

                                    
Neurol Rehabil 2026; 32(1): 160-169 | https://doi.org/10.14624/NR2601001
© Hippocampus Verlag 2026


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