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ZEITSCHRIFTEN / Neurologie & Rehabilitation / Archiv / 2005 4 / abstract 1

Neurol Rehabil 2005; 11 (4): 171–178  Übersicht 

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Einführung der ICF in die Neurorehabilitation


P. Frommelt, H. Grötzbach
Asklepios-Klinik, Schaufling


Zusammenfassung
Die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) erweitert die medizinische Perspektive der Neurorehabilitation um eine soziale Perspektive. Damit rückt die Teilhabe an Lebensbereichen in den Mittelpunkt der therapeutischen Bemühungen. Ein weiterer wichtiger Vorteil der ICF besteht darin, dass Behinderungen als Ergebnis einer Wechselwirkung von individuellen und gesellschaftlichen Bedingungen betrachtet werden.
Dies hat vielfältige Konsequenzen für die praktische Arbeit: 1. Die Hauptziele, die mit den Rehabilitanden verabredet werden, beziehen sich auf diejenigen Lebensbereiche, an denen ein Rehabilitand wieder teilnehmen möchte. 2. Die Sprache der interdisziplinären Teams in der Neurorehabilitation beruht auf der ICF. 3. Die einzelnen therapeutischen Maßnahmen sollten sich möglichst an übergeordneten Zielen der Teilhabe orientieren.
Es gibt eine Reihe von Problemen in der Einführung der ICF in die klinische Praxis. Dazu gehört eine Terminologie, die häufig nicht intuitiv verständlich ist. Weiterhin ist die ICF nicht frei von Inkonsistenzen. Einer dieser ist der Anspruch der ICF, die Interessen von Personen mit Behinderungen zu vertreten, tatsächlich klassifiziert jedoch nicht der Betroffene, sondern ein Experte.
Trotzdem gibt es bisher kein besseres Modell zur Integration von medizinischer, sozialer und biographischer Perspektive.
Schlüsselwörter: ICF, Neurorehabilitation, Teamarbeit, Zielsetzungsprozess

Introduction of the ICF in neurorehabilitation
P. Frommelt, H. Grötzbach

Abstract
The International Classification of Functioning, Disability and Health (ICF) extends the medical model by adding a social perspective. Thus, the participation in life domains is the predominant focus of therapeutic interventions. In addition, the ICF regards disabilities as the result of interactions between individual and social factors.
The introduction of the ICF leads to several consequences in clinical rehabilitation:
1. The main goals relate to the life domains in which the client wishes to participate.
2. The ICF can provide a common language for interdisciplinary teams in neurorehabilitation.
3. Therapeutic interventions should reflect the clients’ long term participatory goals.
However the ICF is not without problems. The terminology used is not intuitively accessible. Furthermore, the ICF inherits some inconsistencies. One of these is the objective of the ICF to give persons with disabilities a voice while in actual use it is an instrument used by experts. Nevertheless, the ICF is actually the best available classification integrating medical, social, and biographical information.
Key words: ICF, neurorehabilitation, teamwork, goal-setting

© Hippocampus Verlag 2005
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